Worauf man bei einem Girokonto achten sollte

Lange galten kostenlose Girokonten bei Geldinstituten als beliebter Kundenköder. In vielen Fällen war die Kostenfreiheit aber an Bedingungen wie regelmäßige Kontoeingänge in einer vorgegebenen Höhe geknüpft. Wer heute ein Girokonto eröffnet, muss mit Gebühren rechnen. Der Vergleich der Geldinstitute lohnt sich. Manche Geldinstitute verlangen überzogene Gebühren für Kontoführung und andere Dienstleistungen.

Obwohl Girokonten bisher als Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Geldverkehr galten, werden sie immer teurer. Einer der Gründe ist die aktuelle Niedrigzins-Politik. Diese beschert den Banken und Sparkassen immer weniger Gewinne. Daher bemühen die Geldinstitute sich, andere Geldquellen anzuzapfen. Grundsätzlich kommen dafür zwei unterschiedliche Gebührenarten infrage.

Entweder bekommt der Kunde eine monatliche oder jährlich anfallende Kontoführungspauschale in Rechnung gestellt. Oder er bezahlt für jede einzelne Dienstleistung des Geldinstituts Gebühren. Die Ausführung von Überweisungen, Daueraufträgen oder Abhebung mit einer Giro-Card kosten etwas.

Manche Geldinstitute kombinieren diese Gebühren. Sie verlangen eine Kontopauschale und lassen sich bestimmte Dienstleistungen extra bezahlen. Manchmal können die Kunden sich entscheiden, welches Modell sie vorziehen. In anderen Fällen ist das Girokonto nur kostenlos, wenn monatlich bestimmte Geldbeträge eingehen.

Mehr als 60 Euro im Jahr sind unzumutbar

Kontoführungsgebühren sind der Stiftung Warentest regelmäßige Überprüfungen wert. Die Datenbank der „Stiftung Warentest“ listet etwa 300 verschiedene Kontomodelle von 127 Geldinstituten auf. Neben (vermeintlich) kostenfreien Angeboten können bei einigen Instituten Kosten von maximal 250 Euro zusammenkommen. Die „Stiftung Warentest“ hält etwa 60 Euro an Kosten für Onlinekonten für angemessen. Preiswerter ist es nur bei Direkt- und Onlinebanken.

Die Hälfte der Bankkunden in Deutschland nutzt das Girokonto ausschließlich online. Es werden meist keine weiteren Dienstleistungen in einer Bankfiliale beansprucht. In den 60 Euro sollten Gebühren für eine Giro-Card sowie sämtliche online getätigten Buchungen inkludiert sein. Damit sollten also die gesamte Buchungsabwicklung, die Bereitstellung von Geldautomaten, eventuelle Beratungsleistungen sowie die Bereitstellung von sicherheitstechnisch angemessener Technologie für das Onlinebanking abgegolten sein.

Stellen Sie als Kunde eines Geldinstituts fest, dass Sie jedes Jahr höhere Gebühren zahlen, sollten Sie einen Wechsel zu einem anderen Geldinstitut in Erwägung ziehen. Falls das wegen eines langjährigen Vertrauensverhältnisses nicht infrage kommt, könnten Sie eventuell die Nutzung Ihres Kontos ändern. So lassen sich Kosten einsparen.

Wie kann man beim Girokonto Geld sparen?

Bevor Sie einen Bankwechsel ins Auge fassen, sollten Sie Ihre Bedürfnisse und Gewohnheiten checken. Die eigenen Präferenzen zu kennen, ist für die Wahl einer Bank-Alternative wichtig. Wer Onlinebanking vorzieht, findet leichter eine günstige Bank. Ob zukünftig Onlinebanking eine Option ist, könnte man bereits bei seiner Filialbank ausprobieren.

Vielen Kunden ist jedoch die direkte Kommunikation mit Mitarbeitern Ihres Geldinstituts wichtig. Doch auch wenn weiterhin eine Filialbank gewünscht wird, lässt sich meist eine günstigere Alternative finden. Zunächst sollten Sie sämtliche gebühren Ihrer Filialbank zusammentragen und notieren. Das können Sie beispielsweise über die Anforderung einer Entgeltaufstellung für das vergangene Kalenderjahr tun. In diesem Dokument müssen alle Gebühren, Kosten und Zinsen aufgelistet sein.

Möglicherweise bietet Ihre bisherige Bank ein preisgünstigeres Kontomodell. Ist das nicht der Fall, sollten Sie eruieren, wo es bessere Konditionen für dieselben Leistungen gibt. Außerdem lohnt die Überlegung, doch von der Filialbank auf Onlinebanking umzusteigen.

Gegebenenfalls ist ein Bankwechsel angezeigt

Wer sich bisher bei einer Bankfiliale gut bedient fühlte, wechselt nur ungern. Andererseits ist niemand ein Dukatenesel. Wer mit unziemlich hohen Gebühren belastet wird, sollte einen anderen Filialisten suchen. Voreilige Entschlüsse zahlen sich dennoch nicht aus.

Zunächst sollte abgeklärt werden, ob die Wahl klug ist. Der Blick auf die Gebühren und Kosten alleine macht noch keine gute Wahl aus. Das bisher genutzte Geldinstitut hatte meist ein breites Filialnetz und genügend Bankautomaten in erreichbarer Nähe. Wer sich nicht für Onlinebanking erwärmen kann, benötigt gegebenenfalls schnellen Zugang zu Bargeld. Er möchte nicht in die Innenstadt fahren müssen, um Geld abzuheben.

Die Sparkassen haben bis heute die breitesten Filialnetze. Sie stellen deutschlandweit die meisten Geldautomaten zur Verfügung. Die zweitbeste Wahl aus dieser Perspektive sind die Volks- und Raiff­eisen­banken. Beide Banken müssen den Wechsel unterstützen. Aufgabe der bisherigen Bank ist es, dem Kunden bei einem Wechselwunsch eine Buchungsübersicht für die vergangenen 13 Monate auszuhändigen.

Das neue Geldinstitut unterrichtet von sich aus alle bisherigen Zahlungspartner von der veränderten Bankverbindung. der Kunde selbst muss sich nicht darum bemühen, seine neue Kontonummer mitzuteilen. Er soll aber bedenken, dass er selbst alle Daueraufträge ändert. Außerdem muss er bei Ebay oder Amazon für den Zahlungsverkehr hinterlegte Kontodaten ändern.

Tipp: Altes Konto noch behalten

Für einen sauberen Übergang ist es ratsam, das vorherige Konto nicht sofort aufzulösen. Oftmals werden trotz des Kontowechsels noch Abbuchungen oder Gutschriften abgewickelt. Daher sollte der Kontoinhaber sein altes Konto etwa ein Vierteljahr weiterbestehen lassen. Automatisierte Abbuchungen werden oft nicht zeitnah umgestellt.

Soll ein digitales Konto statt des bisherigen Filial-Giros eröffnet werden, sollten rechtzeitig alle Kontoauszüge und Bankunterlagen auf dem heimischen PC abgespeichert werden. Nach Vertragsende ist der Zugriff auf Onlinebanking-Daten bei der bisherigen Bank nicht mehr möglich. Es kostet Gebühren, bestimmte Dokumente im Nachhinein anzufordern.

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