Strom sparen im Haushalt

Viele Verbraucher ächzen unter hohen Stromkosten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Stromtarife seit Jahren nur eine Richtung kennen: nach oben. Das liegt unter anderem an der EEG-Umlage, mit welcher der Staat erneuerbare Energien fördert. Doch niemand muss dieser Entwicklung tatenlos zusehen und die Kostensteigerungen hinnehmen.

Mit konsequentem Energiesparen entlasten Verbraucher ihren Geldbeutel nachhaltig und dauerhaft. Dafür existieren zahlreiche Ansatzpunkte. Die Erfahrung zeigt, dass es in jedem Haushalt Einsparpotenzial gibt. In zahlreichen Haushalten beträgt er einen deutlich dreistelligen Euro-Betrag im Jahr.

Haushaltsgroßgeräte an den Bedarf anpassen: Beispiel Kühlschrank

In vielen Haushalten finden sich überdimensionierte Haushaltsgroßgeräte oder Geräte, die verzichtbar sind. Verbraucher sollten bedenken: Alle diese Geräte erhöhen die Stromkosten. Es ist ärgerlich, wenn sie Kosten ohne Mehrwert verursachen.

Ein Beispiel sind Kühlschränke. Bei einem 1- oder 2-Personen-Haushalt genügt im Regelfall ein Kühlschrank mit einem Fassungsvermögen von 100 bis 160 l. Je weitere Person kommen rund 50 l hinzu. Größere Modelle führen zur Energieverschwendung.

Verbraucher mit einem separaten Gefrierschrank oder einer Gefriertruhe sollten überlegen, ob sie dieses Extra tatsächlich benötigen. Vielleicht reicht ein Kühlschrank mit Gefrierfächern aus.

Größe der Waschmaschine und Kauf eines Trockners bedenken

Aufmerksamkeit verdient auch die Waschmaschine. In kleinen Haushalten genügt ein Modell mit einer Kapazität von 5 bis 6 kg. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Nutzer die Waschmaschine bei zu geringer Füllung laufen lassen. Noch wichtiger ist in diesem Bereich die Frage, ob Verbraucher ihre Wäsche mit einem Wäschetrockner trocknen.

Diese Geräte lassen den Stromverbrauch in die Höhe schnellen. Sie erzeugen die erforderliche Hitze zum Trocknen mit Strom, dabei handelt es sich um ein ineffizientes und damit teures Verfahren. Die konkreten Verbrauchskosten hängen vom Modell und der Trocknungsart ab.

Im Durchschnitt belaufen sie sich auf circa einen Euro pro Trocknungsvorgang. Diese immensen Kosten lassen sich mit dem klassischen Trocknen auf der Wäscheleine problemlos meiden. das dauert zwar länger, ist jedoch kostenlos.

Alte Geräte durch energieeffiziente Modelle ersetzen

Früher spielte Energieeffizienz für die Hersteller von Haushaltsgroßgeräten und Unterhaltselektronik kaum eine Rolle. Mittlerweile haben sich das Bewusstsein in der Bevölkerung genauso wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen grundlegend geändert, die Produzenten legen seitdem großen Wert auf energieeffiziente Technik. Daraus ergibt sich für alle Haushalte mit Altgeräten ein beeindruckendes Einsparpotenzial.

Vielfach lohnt sich der Austausch, nach einigen Jahren übersteigen die gesparten Stromausgaben die Kosten für die Neuanschaffung. Zusätzlich können sich Käufer über ein neues Modell freuen. Die Ersparnis beim Strom können Verbraucher vorab ausrechnen. Der Bedienungsanleitung ihres bisherigen Geräts entnehmen sie die Angaben zum Stromverbrauch, diese vergleichen sie mit dem Verbrauch aktueller Modelle.

Finden sie die Bedienungsanleitung nicht auf, identifizieren sie den Verbrauch am besten mit einem Strommessgerät. Diese günstigen Geräte kaufen sie zum Beispiel in einem Baummarkt und schalten sie zwischen der Steckdose und dem jeweiligen Gerät.

Besondere Beachtung sollten sie Geräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen, Herde, Fernseher und PC-Monitore schenken. Eine standardisierte Energiekennzeichnung erleichtert den Kauf eines sparsamen Modells. Das Energieverbrauchslabel reicht seit 2020 von A bis G, zuvor von A+++ bis G. Bei den Geräten mit A beziehungsweise A+++ sinkt der Stromverbrauch auf ein Minimum.

Den Kühlschrank energieeffizient nutzen

Neben dem generellen Stromverbrauch bei Haushaltsgroßgeräten interessiert beim Energiesparen die Nutzung. Es stehen vielfältige Möglichkeiten offen, mit denen sich der Verbrauch senken lässt. Das beweist das Beispiel Kühlschrank. Ein Tipp liegt auf der Hand: Die Tür sollte so kurz wie möglich geöffnet sein. Andere Kniffe sind weniger bekannt.

In vielen Gefrierfächern bilden sich Eisschichten, die auf mehrere Zentimeter Dicke anwachsen können. Diese Schichten nehmen nicht nur Platz weg, sie erhöhen den Strombedarf massiv. Die Steigerung kann 15 bis 45 % im Vergleich zum normalen Verbrauch betragen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Kühlschrank beziehungsweise den Gefrierschank regelmäßig abzutauen.

Auch die Position des Kühlschranks beeinflusst den Energieverbrauch. Bestenfalls steht er am kühlsten Standort in einer Wohnung. In der Nähe sollten sich keinerlei Wärmequellen wie ein Herd, Heizkörper und Heizungsrohre befinden. Je niedriger die Umgebungstemperatur ist, desto weniger Energie braucht ein Kühlschrank zum Herunterkühlen.

Verbraucher sollten zudem prüfen, ob die Kühl- und Gefriertemperaturen richtig eingestellt sind. Im Kühlschrank reichen 6 bis 7 Grad Celsius aus, im Gefrierbereich – 18 Grad Celsius.

Waschmaschine optimal einsetzen

Bei der Waschmaschine lassen sich mit einer klugen Nutzung ebenfalls die Energiekosten senken. Den meisten Strom wendet eine Waschmaschine für die Erhitzung des Wassers auf. Entsprechend kommt der Temperatur beim Waschvorgang eine entscheidende Bedeutung zu.

In den allermeisten Fällen genügen 30 Grad Celsius oder höchstens 40 Grad Celsius, nur bei Bettwäsche und ähnlichem sollten Verbraucher eine höhere Temperatur einstellen. Hier genügen 60 Grad Celsius, 90 Grad Celsius führen zu höheren Kosten ohne Mehrwert. Zusätzlich sollten Verbraucher das Fassungsvermögen ihrer Waschmaschine ausreizen.

In Regionen, in denen der Kalk-Anteil im Leitungswasser hoch ist, sollten sie die Maschine regelmäßig entkalken und Anti-Kalk-Mittel hinzufügen. Wichtig ist auch, die Waschmaschine an eine Leitung mit Warmwasser anzuschließen. Das reduziert den Aufwand beim Erhitzen.

Beim Kochen auf den Stromverbrauch achten

Der Herd gehört zu den großen Stromverbrauchern in einem Haushalt. Mit vielfältigen Maßnahmen gelingt es, den Verbrauch einzudämmen. So sollten Nutzer bei jeder Gelegenheit mit Deckel kochen. Insbesondere bei Elektroherden sollten sie die Herdplatte rechtzeitig abschalten und die Restwärme verwenden.

Beim Kochen mit Wasser wie beim Nudelkochen gehört in den Topf so viel Wasser wie nötig, nicht mehr und nicht weniger. Ein Zuviel an Wasser zieht den Kochvorgang deutlich in die Länge.

Für das Aufkochen von Wasser stellt ein Wasserkocher die effiziente Lösung dar. Bei einem Wasserkocher sollten Besitzer kontrollieren, ob er sofort abstellt oder bei kochendem Wasser noch einige Zeit weiter erhitzt. Sollte es bis zum Abschaltmechanismus eine Verzögerung geben, sparen Verbraucher mit dem früheren, manuellen Abschalten Strom.

Auch hier gilt wie insgesamt beim Wasserkochen: Die Füllmenge sollte dem Bedarf entsprechen. Wer eine Tasse Tee aufkochen will, sollte nicht einen Liter Wasser zum Kochen bringen.

Beim Backofen spricht viel dafür, auf das Vorheizen zu verzichten. Dadurch verlängert sich zwar die Backzeit und weicht zum Beispiel bei einer Fertigpizza von den Angaben auf der Verpackung ab, dafür setzen Verbraucher die Wärmeenergie effizient ein.

Beleuchtung: Alte Glühbirnen austauschen

Die Beleuchtung stellt einen weiteren Bereich mit hohem Einsparpotenzial dar. Wer seine Räume mit Glühbirnen oder Halogenlampen beleuchtet, verbraucht unnötig viel Strom. Energiesparlampen und vor allem LED-Lampen sind die energieeffizienten Alternativen.

Im Vergleich mit einer herkömmlichen Glühbirne lässt sich mit einer LED-Lampe rund 90 % des Stroms einsparen. Diese LED-Lampen kosten beim Kauf zwar mehr, aber die Investition zahlt sich in zweifacher Hinsicht aus. Erstens reduzieren Nutzer ihren Stromverbrauch in relevantem Ausmaß. Zweitens bestechen LED-Lampen mit ihrer Langlebigkeit. Sie erreichen bis zu 15.000 Betriebsstunden. Bei Energiesparlampen liegt dieser Wert bei 8.000 Stunden, Glühbirnen brennen nur 1.000 Stunden.

Früher gab es bei vielen Verbrauchern Vorbehalte gegenüber sparsamen Lampen, sie befürchteten eine geringere Qualität. Auf Energiesparlampen traf diese Kritik teilweise zu. Aber die Technologie hat sich weiterentwickelt. Insbesondere LED-lampen müssen den Qualitätsvergleich mit Glühbirnen nicht scheuen.

Strom bei der Heizung und dem Warmwasser sparen

Das Heizverhalten und die Verwendung von Warmwasser beeinflussen den Stromverbrauch ebenfalls. Das gilt auch bei Heiz- und Warmwassersystemen, die auf Gas oder Öl als Energiequellen beruhen. Sie verfügen zum Beispiel über eine Heizungspumpe, welche mittels Stromantrieb das Heizungswasser durch die Rohre pumpt. Reduzieren Nutzer ihren Verbrauch an Wärmeenergie, sinken zugleich die Stromkosten.

Noch bedeutender ist ein sparsamer Verbrauch in Haushalten, die mit Strom heizen und ihr Wasser erhitzen. Sie können Hunderte Euro im Jahr sparen. Zudem sollten sie überlegen, ob sie ihr Heizsystem auf eine energieeffiziente Variante wie eine Gasheizung umstellen. Im Vergleich der Heizarten schneiden Stromheizungen in puncto Verbrauch und Kosten mit Abstand am schlechtesten ab.

Wichtig ist in allen Fällen, dass Bewohner die eingesetzte Wärmeenergie maximal ausschöpfen und jede Verschwendung verhindern. Eine nachhaltige Wärmedämmung an den Wänden, auf dem Dach und im Keller sowie gedämmte Türen und Fenster leisten wertvolle Dienste.

Beim Lüften empfiehlt sich Stoßlüften. Viele kippen die Fenster, dabei entweicht in großem Umfang Wärme, ohne dass die Luft rasch besser wird. Schlauer ist es, die Fenster mehrere Male am Tag komplett zu öffnen.

Darüber hinaus sollten Verbraucher Zimmer gezielt für die Zeiträume aufheizen, in denen sie sich dort aufhalten. Ein typischer Fehler ist es, bewusst oder unbeabsichtigt über Nacht durchzuheizen. Thermostaten mit Zeitschaltuhr helfen dabei, dass dieser unnötige Verbrauch an Wärmeenergie der Vergangenheit angehört.

Auch ein Austausch einer alten Heizungspumpe mit einem energieeffizienten neuen Modell führt zu Einsparungen.

Stand-by-Betrieb meiden

Viele Geräte wie Fernseher, Audio-Anlagen, Computer und Drucker weisen eine Stand-by-Funktion auf. Diese Funktion soll den Bedienkomfort erhöhen. Der Nutzen ist gering, der Energieverbrauch auf lange Sicht hoch. Experten raten deshalb dazu, sämtliche Geräte konsequent vom Stromkreislauf zu trennen. Das verwirklichen Verbraucher bequem mit einer Stromleiste, die über einen Schalter verfügt. Andernfalls müssen sie das Kabel ausstecken.

Vorsicht ist auch bei Ladekabeln und Ladegeräten jeglicher Art geboten. Diese verbrauchen Strom, auch wenn zum Beispiel das Smartphone nicht angesteckt ist. Sparsame Nutzer entfernen sämtliche Ladekabel und Ladegeräte nach dem Gebrauch von der Steckdose.

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