Reisegewinnmitteilungen überschwemmen zur Zeit die Briefkästen in Baden-Württemberg. Doch was auf den ersten Blick wie ein attraktiver Reisegewinn aussieht, entpuppt sich in Wahrheit in den meisten Fällen als üble Mogelpackung und wird bei Teilnahme zum teuren Vergnügen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät daher bei Reisegewinnmitteilungen zu großer Vorsicht.
Eine kostenlose Reise nach Paris oder an den Gardasee für 2 Personen zur freien Auswahl, wer freut sich nicht über eine solche Gewinnmitteilung in seinem Briefkasten. Und dazu noch zusätzlich kostenlos eine Busplatzreservierung, ein Begrüßungscocktail und eine Fahrt in einem neuen Komfortschlafbus.
Das Angebot klingt verführerisch, offenbart bei genauem Durchlesen aber schon erste Haken. So muss jeder Reisegast bei der Buchung bereits eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 49 Euro zahlen. Das ist jedoch erst der Anfang. Wer mitfährt, erlebt weitere Überraschungen. Verlangt wird zusätzlich eine Kaution von 40 Euro pro Person und auf der Fahrt wird ein Dieselzuschlag von 10 Euro pro Person fällig.
Dazu kommen noch vor Ort eine so genannte Touristensteuer von 2 Euro pro Person und Tag und Kosten für ein Ausflugspaket von 159 Euro pro Person, das man eigentlich buchen muss, wenn man vom entfernt gelegenen billigen Hotel überhaupt zu den Sehenswürdigkeiten des Reiseziels kommen möchte. Im Ausflugspaket enthalten ist als Überraschung noch eine vierstündige Verkaufsveranstaltung, in der Dampfreiniger für ca. 1.300 Euro angeboten werden. – Soweit die Erlebnisschilderung eines Verbrauchers, der mit 60 weiteren „Gewinnern“ in einem alten Bus nach Paris fuhr.
Die Verbraucherzentrale rät generell bei Reisegewinnmitteilungen zu kritischer Prüfung. In den meisten Fällen haben die Absender dieser dubiosen Schreiben nur eines im Sinn: Die Verbraucher abzukassieren.


