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Weihnachtsfest – Reklamation und Umtausch danach


Die meisten Weihnachtsgeschenke werden nach wie vor erst im Dezember gekauft. Diejenigen, die sich immer erst spät aufraffen, an die Weihnachtseinkäufe zu denken, haben allerdings den Vorteil, daß die Gewährleistungsfrist für die gekauften Artikel für den Fall, daß sie nicht in Ordnung sind, gerade erst begonnen hat. Während der ersten 6 Monate nach dem Kauf oder nach der Lieferung- hat man das Recht, zu reklamieren, wenn die Ware mangelhaft ist. Probleme kann es nämlich bereiten, wenn beispielsweise ein paar Skier, die wegen eines günstigen Angebotes schon im Sommer gekauft wurden, zu Weihnachten verschenkt werden und sich alsdann herausstellt, daß die Bindung nicht funktioniert. Sind dann schon mehr als 6 Monate nach dem Kauf verstrichen bleibt nur, auf die Kulanz des Verkäufers zu hoffen. Von Hinweisschildern, daß die Ware vom Umtausch ausgeschlossen ist, häufig bei Untertrikotagen und- Badebekleidung – sollte man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Hier sagt der Verkäufer nichts anderes, als daß er die Ware, wenn sie dann nicht gefällt oder nicht paßt, nicht zurücknehmen will, was ja aus hygienischen Gründen auch leicht nachvollziehbar ist. Wenn derartige Artikel natürlich Mängel haben, kann wie üblich reklamiert werden. Umtausch im rechtlichen Sinne heißt also immer Tausch einer qualitätsgerechten Ware gegen eine andere qualitätsgerechte Ware wegen Kaufreue, Nichtpassen, Nichtgefallen etc.

Beim Umtausch sind die Händler in den letzten Jahren mehr und mehr kulant geworden und räumen dem Kunden häufig problemlos die Möglichkeit ein, einen gekauften Artikel umzutauschen, wenn er einfach nicht gefällt. Vorsichtshalber sollte man sich allerdings, wenn man sich nicht sicher ist, ob das Geschenk auch das richtige sein wird, ein Umtauschrecht zusichern lassen. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es darauf nämlich nicht. Wenn der Verkäufer allerdings auf dem Kassenzettel oder auf Schildern in seinem Geschäft ausdrücklich auf einen zeitlich befristeten Umtausch hinweist, z.B. „Umtausch nur innerhalb von 14 Tagen“, könnte man sich auch darauf berufen. Schließlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, daß damit ein Umtauschrecht eingeräumt werden soll. Auch bei dem Wunsch mancher Käufer, sich ein Umtauschrecht extra einräumen zu lassen, hat der späte Weihnachtseinkäufe bessere Chancen.

Wer seine Weihnachtseinkäufe schon im Sommer beisammen hatte, muß wohl sehr redegewandt sein, um vom Verkäufer eine Bestätigung zu bekommen, daß er die Ware eventuell nach Weihnachten wieder umtauschen möchte. Wichtig ist, gleich, ob es sich uni eine Reklamation oder einen Umtausch wegen Nichtgefallen handelt, daß man sich immer den Kassenzettel oder die Rechnung aufhebt. Nur so kann nachgewiesen werden, wann und wo man gekauft hat. Den möglichen rechtlichen Vorteilen eines späten Kaufes steht natürlich entgegen, daß häufig die Preise vor Weihnachten wieder klettern und daß der Einkauf unter zeitlichem Druck und Streß erfolgt. Damit sind möglicherweise Fehlentscheidungen vorprogrammiert. Unsichere Schenker greifen gern zum Gutschein.

Hier weisen die sächsischen Verbraucherschützer darauf hin, daß häufig auf Gutscheinen unzulässig kurze Einlösungsfristen aufgedruckt sind. Beschenkte, die von Händlern oder aber auch Dienstleistungseinrichtungen abgewiesen werden, weil ihr Gutschein angeblich schon abgelaufen ist, sollten sich umgehend an ihre nächstgelegene Verbraucherberatungsstelle wenden und sich nicht kleinlaut mit dem Verlust ihres Weihnachtsgeschenke abfinden, daß sie vielleicht erst nach Monaten einlösen wollen.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V. in Leipzig

Von Bernhard Rais, 1. Januar 1999;
Kategorie: Rückgaberecht & Umtauschrecht
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