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Streit um Wohnungsschimmel: Mieter darf Möbel direkt an Außenwand stellen


Mieter sind nicht dazu verpflichtet, ihre Möbel in einer bestimmten Anordnung aufzustellen. Sie dürfen diese auch direkt an die Außenwände rücken, denn Mietwohnungen müssen so beschaffen sein, dass sich auch dann keine Feuchtigkeitsschäden bilden können. Das hat das Landgericht Mannheim entschieden.

Wie der Anwalt-Suchservice (Service-Rufnummer: 0900 – 10 20 80 9/ 1,99 €/ Min.*) berichtet, hatte ein Paar eine Drei-Zimmer-Wohnung gemietet, in die dicht schließende isolierverglaste Fenster neu eingebaut worden waren. Wenige Monate nach dem Einzug trat in der Wohnung Schimmel auf, durch den unter anderem die neuen Schlafzimmermöbel der Mieter stark beschädigt wurden. Die wandten sich daraufhin an den Vermieter und verlangten neben Schadensersatz für das Mobiliar das Anbringen einer Wärmedämmung außen an der Hauswand. Der Vermieter weigerte sich und vertrat die Ansicht, die Mieter seien selbst an dem Schaden schuld, da sie die Möbel zu dicht an die Wand gestellt hätten. Er war auch nicht bereit, eine Außendämmung am Haus anzubringen, sondern wollte die Wände allenfalls von innen isolieren, da dies kostengünstiger sei. Der Fall ging vor Gericht, und das Landgericht Mannheim entschied zugunsten der Mieter (Urt. v. 14.2 2007; Az.: 4 S 62/06).

Mietwohnungen müssten in bauphysikalischer Hinsicht so beschaffen sein, dass Möbel auch direkt an der Außenwand aufgestellt werden könnten, ohne dass sich Feuchtigkeitserscheinungen zeigten. Mieter seien – wenn im Mietvertrag nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart sei – nicht dazu verpflichtet, ihre Möbel in einer bestimmten Anordnung aufzustellen, z.B. sie fünf Zentimeter oder mehr von den Wänden abzurücken, so die Richter. Der Vermieter habe hier auch keine baulichen Vorkehrungen gegen das Aufstellen von Möbeln direkt an der Außenwand getroffen, etwa in Form von Wandleisten. Er müsse für den am Schlafzimmermobiliar seiner Mieter entstandenen Schaden aufkommen.

Darüber hinaus, so das Urteil, sei er dazu verpflichtet, eine Außendämmung der Wohnung vorzunehmen. Zwar dürften Vermieter grundsätzlich selbst entscheiden, auf welche Weise sie einen Mangel beseitigen wollten. Dies gelte aber nur so lange, wie die Maßnahme nicht zu einer unzulässigen Änderung des vertragsgemäßen Gebrauches der Wohnung führe, so das Gericht. Das Anbringen einer Innen- statt Außendämmung würde zur Folge haben, dass Möbel nur noch in einigem Abstand zur Wand aufgestellt werden könnten. Dies müssten die Mieter nicht hinnehmen, so das Gericht. Auch die Tatsache, dass eine Außendämmung der betreffenden Wohnung um rund 3.000 Euro teurer wäre als eine Innendämmung, führe zu keiner anderen Entscheidung, so die Richter.

Von Martina Grau/a-s, 6. Februar 2008; Pressemitteilungen vom Anwalt-Suchservice.de
Kategorie: Mietwohnung
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Kommentare: 1 Kommentar vorhanden
  • Kommentar von Peter am 07. Mrz 2008

    Hallo miteinander!

    Wir hatten vor 2 Jahren exakt das gleiche Problem. Hinter allen Möbeln und Bildern, die nahe an Aussenwänden standen, hatte sich massiv Schimmelpilz gebildet.
    Wir haben uns selbst geholfen durch die Ausstattung der gesamten Wohnung (Wände und Decken) mit Flüssigtapete (wird besonders in Japan traditionell verwendet und gibt es in allen Farben und Kombinationen von Effektstoffen).
    Dazu wird nach gründlicher Entfernung des Schimmels im 1. Arbeitsgang zur Verfestigung des Putzes Tiefengrund aufgetragen. Im 2. Arbeitsgang kommt eine Mischung aus Quarzsand und weißer Wandfarbe an die Wände. Erst im 3. Arbeitsgang wird dann mit einem Kunststoff-Flächenspachtel die Flüssigtapete aufgetragen.
    Wichtig: Unbedingt Kunststoff- und nicht Metall-Flächenspachtel verwenden, da sonst die Tapete nicht antistatisch ausgerüstet ist.

    Die Ausstattung der Wände mit Flüssigtapete ist zwar sehr arbeitsintensiv aber wir denken, das Ergebnis spricht für sich. Flüssigtapete muß laut Angaben der Hersteller erst nach 20 Jahren wieder erneuert werden.

    Seitdem ist in keiner Ecke der Wohnung oder hinter einem Möbel mehr Schimmelbildung
    aufgetreten… Zudem wirkt die Flüssigtapete offensichtlich auch sehr temperaturisolierend und kann auch ohne Probleme sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen und wieder langsam und dosiert an die Umgebungsluft abgeben.

    In der Hoffnung einigen Schimmelpilz-geplagten damit einen wertvollen Hinweis gegeben zu haben! Infos: Einfach googeln nach “Flüssigtapete”.

    Peter

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