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Neue Reiseimpfung zugelassen: Impfung gegen Japanische Enzephalitis jetzt auch in Deutschland


Der Erreger der Japanischen Enzephalitis (JE) gehört zur Familie der Flaviviren und ist damit ein Verwandter des FSME-Virus. Allerdings werden die JE-Viren nicht durch Zecken, sondern durch blutsaugende Mücken auf den Menschen übertragen, meist auf dem Umweg über Zwischenwirte wie Hausschweine oder Wasservögel. Bei etwa einem Prozent der Infizierten verläuft die Krankheit schwer und führt zu der Gehirnentzündung (Enzephalitis), die der Krankheit den Namen gegeben hat; neurologische Folgeschäden und auch Todesfälle sind dann keine Seltenheit.

Die Krankheit kommt natürlich nicht in Deutschland, sondern in vielen gemäßigten und tropischen Gebieten Asiens vor. Besonders betroffen sind Regionen, in denen ausgedehnter Reisanbau und/oder Schweinezucht betrieben werden: China und Korea; der indische Subkontinent (Indien, Bangladesh, Nepal, Sri Lanka); Südost-Asien (Myanmar = Burma, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Indonesien, Philippinen).

In den gemäßigten Zonen Asiens tritt die Krankheit besonders im Sommer und Herbst auf, in tropischen und subtropischen Regionen während der Regenzeit; sporadische Fälle werden das ganze Jahr über beobachtet. Die Mücken sind besonders abends und nachts aktiv. Allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen, wie sie auch in Malaria-Gebieten empfohlen werden, senken das Infektionsrisiko.
Touristen haben ein meist geringes Risiko, an der Japanischen Enzephalitis zu erkranken. Das Infektionsrisiko erhöht sich jedoch, wenn die Reise in ländliche Gebiete führt, von längerer Dauer ist und während der mückenreichen Jahreszeit stattfindet. Beruflich Reisende in Regionen mit Landwirtschaft und Viehzucht sind besonders gefährdet.

In Deutschland steht jetzt ein Impfstoff zu Verfügung, der inaktivierte (abgetötete) JE-Viren enthält und für Erwachsene (≥ 18 Jahre) zugelassen ist. Für eine vollständige Grundimmunisierung werden zwei Injektionen jeweils an den Tagen 0 und 28 verabreicht. Die Grundimmunisierung sollte mindestens eine Woche vor einem möglichen Kontakt zu JE-Viren abgeschlossen sein. Die Schutzdauer ist noch nicht bekannt. Die Impfung wird in der Regel gut vertragen. Wie bei jeder Impfung können Rötung, schmerzhafte Schwellung und Juckreiz an der Impfstelle vorkommen, gelegentlich auch eine Blutung. Fieber, Müdigkeit und grippeähnliche Symptome mit Kopf- und Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen wie Ausschlag oder Juckreiz und sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen sind ebenfalls möglich.

Von ms/dgk, 27. Juli 2009; Quelle: dgk/Deutsches Grüne Kreuz
Kategorie: Reisen & Urlaub
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