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Koffer kaputt, Kamera gestohlen – Wer leistet Ersatz? – Verbraucherschützer informieren über Versicherungsschutz


Wenn Gepäck auf Reisen geht, kann es passieren, dass es nicht am Ziel ankommt oder unterwegs beschädigt wird. Viele Verbraucher fragen sich dann, wer für diese Schäden haftet und ob der Abschluss einer Reisegepäckversicherung sinnvoll ist. Sachsens Verbraucherschützer geben darauf Antwort.

Grundsätzlich kommen drei Anspruchsgegner in Betracht: Das Beförderungsunternehmen, der Hausratversicherer oder der Reisegepäckversicherer. Für Gepäck, das beim Flug verloren geht oder beschädigt wird, muss das Beförderungsunternehmen bezahlen. Hierbei haftet der Luftfrachtführer für die Zerstörung, den Verlust und die Beschädigung von Reisegepäck bis zu einem Betrag von 1000 Sonderziehungsrechte, eine internationale Währungseinheit, die einem Betrag von 1170 € entspricht. Das ist zwar eine große Summe, die aber im Einzelfall nicht ausreichend für die Neuanschaffung von Kleidung oder Waren ist. Demzufolge sollten teure Geräte, wie z.B. eine Videokamera, im Handgepäck mitgenommen werden.

Die Hausratversicherung geht automatisch mit auf Reisen, denn sie beinhaltet eine so genannte Außenversicherung. „Wenn etwa bei einem Einbruch in die Ferienwohnung Gepäck gestohlen wurde, ist das ein Fall für diese Versicherung“, macht Andrea Hoffmann, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen aufmerksam. Wird einem trotz Widerstand auf offener Straße die Handtasche geraubt, fällt dieser Schaden auch in den Bereich der Hausratversicherung. „Leer geht dagegen derjenige aus, der Opfer eines einfachen Taschendiebstahls ist“, informiert Hoffmann. Die Entschädigungshöhe ist ebenfalls begrenzt. Meist werden bis maximal 10 Prozent der Hausratversicherungssumme unter Berücksichtigung von Höchstentschädigungsgrenzen angeboten. Alte Verträge beschränken zudem den Schutz mitunter noch territorial, z.B. auf Europa, neue bieten zumeist weltweiten Versicherungsschutz an.

Schließlich gibt es noch die spezielle Reisegepäckversicherung, die weltweiten Schutz für alles, was Urlauber im Koffer oder am Körper tragen, verspricht. In der Praxis sind Geschädigte von den Leistungen jedoch oft enttäuscht. So gibt es auch hier Wertsachen betreffend, wie zum Beispiel bei Fotoausrüstungen oder Sportgeräten, Einschränkungen bezüglich der Höhe der Versicherungsleistung. Generell zahlen die Versicherer nur, wenn der Verbraucher sein Gepäck sicher verwahrt oder mitführt. Darüber, was darunter im Einzelnen zu verstehen ist, gibt es oft Streit. „Wer sein Reisegepäck aber wie den Augapfel hütet, braucht diese Versicherung ohnehin nicht“, meint die Verbraucherschützerin.

Von Martina Grau/vzs, 25. Juli 2006; Quelle: vzs/Verbraucherzentrale Sachsen
Kategorie: Reisen & Urlaub
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