Die erneute Stallpflicht für Geflügel beginnt bereits ab dem 17. Februar. Es besteht der Verdacht, dass zwei verendete Schwäne auf Rügen mit dem gefährlichen Virus H5N1 infiziert gewesen sind.
Auch Geflügelveranstaltungen und Märkte sind verboten. Die Überwachung der Wildvögel wird verstärkt. Mit diesen Maßnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe folgt die Bundesregierung der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts.
Neue Risikobewertung
Es besteht die Gefahr, dass auch Zugvögel von der Südwest- und der Zentralroute des Vogelzuges den Virus einschleppen. Daraus ergibt sich die neue Risikobewertung. Bisher ging die Gefährdung vor allem von Zugvögeln aus, die auf der Ost-Route über den Nahen Osten und die Türkei fliegen.
Da die Rastgebiete der Vögel nicht vorhersehbar sind, haben sich die Tierseuchenfachleute für eine bundesweite Stallpflicht der Tiere ausgesprochen.
Erhöhte Aufmerksamkeit gefordert
Die erneute Stallpflicht bedeutet erhebliche Belastungen für die Tiere und mehr Aufwand für die Tierhalter. Doch angesichts der drohenden horrenden Schäden müssten alle angemessenen Maßnahmen genutzt werden, so der Minister.
Seehofer appellierte deshalb an alle Tierhalter, die Bestimmungen zu beachten. Dies gelte auch für die Hobbyhalterinnen und -halter.
Er rief die Bevölkerung zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Das Auffinden verendeter Tiere soll umgehend den zuständigen Behörden vor Ort gemeldet werden.
Hauptgefahr: Illegale Einfuhren
Der Minister betonte, das Hauptrisiko gehe nach wie vor von illegalen Importen von Geflügel und Geflügelprodukten aus. Deshalb behalten alle anderen bisher eingeleiteten Maßnahmen auch weiterhin ihre volle Gültigkeit. Dazu gehören:
- verstärkte Kontrollen an den Grenzen
- verstärkte und umfassende Reiseinformationen
- Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit und Fortführung der deutsch-französischen “Task-Force”. Sie besteht aus Experten für Diagnostik, Epidemiologie und praktischer Tierseuchenbekämpfung. Bei Ausbrüchen der Geflügelpest kann sie auch in anderen Ländern schnell und unbürokratisch vor Ort Hilfe leisten.
- intensives Wildvogelmonitoring mit Erhöhung der Stichprobenzahlen
- Verbot von Geflügelschauen und
- Fortsetzung wissenschaftlicher Untersuchungen des Friedrich-Löffler-Instituts zur Option, Freilandgeflügel zu impfen.
Deutschland hat beim Kampf gegen die Vogelgrippe alle möglichen Schutzvorkehrungen getroffen, unterstrich Seehofer. In Zukunft wird die Risikobewertung ständig aktualisiert und die internationale Kooperation verstärkt. Der EU-Agrarrat wird sich am nächsten Montag ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.
(Quelle: www.bundesregierung.de)


