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“AgV-Forum – Argumente zur Verbraucherpolitik”


“Nachhaltiger Konsum” ist das Titelthema der neuen Ausgabe des AgV-Forums (www.agv.de/politik/agv_forum/agvforum004.htm) , der verbraucherpolitischen Fachzeitschrift der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV). Seit dem UN-Gipfel von Rio (1992) über Umwelt und Entwicklung steht der Begriff Nachhaltigkeit für Umweltschutz und einen schonenden Umgang mit den endlichen Ressourcen dieses Planeten. Mit einer nachhaltigen Entwicklung verbindet man ethische Grundsätze, die schon beim Herstellen und Verarbeiten von Gütern, aber auch bei ihrem Konsum und ihrer Entsorgung eine Rolle spielen.

Der Referent für Umweltpolitik der AgV, Bodo Tegethoff, setzt sich in der neuen Ausgabe des AgV-Forums damit auseinander, dass der nachhaltige Konsum bisher noch zu zögerlich praktiziert wird und fragt nach den Ursachen sowie, welche Anreize geschaffen werden müssen, um zukunftsfähigen Konsumstilen zum Durchbruch zu verhelfen und sie zu Selbstläufern zu machen.

Welchen Beitrag Baumärkte zum praktizierten Umweltschutz der Heimwerker leisten, ist das Thema von Kathrin Klaffke (imug – Institut für Markt, Umwelt, Gesellschaft). Es geht um das Sortiment der Märkte, in denen sich die Heimwerker mit Material, Werkzeug und gutem Rat versorgen, und darum, wie vollständig und verständlich die Zusammensetzung und Wirkung der angebotenen Produkte deklariert sind.

Am Beispiel von Textilien und Lederbekleidung zeigt Gabriela Fleischer von der Stiftung Verbraucherinstitut, dass die Verbraucher beim Erwerb von Konsumgütern auf zuverlässige Informationen und Entscheidungshilfen angewiesen sind, wenn sie Nachhaltigkeit in ihrem Konsumalltag praktizieren wollen. Die Käufer müssen also den geografischen Ursprung des Ausgangsmaterials, die technischen Verfahren der Gewinnung und Verarbeitung sowie die sozialen und ökologischen Bedingungen kennen, unter denen die Bekleidung hergestellt und transportiert wird. Dies setzt eine vollständige und verständliche Deklaration der Waren voraus und macht Prüfzeichen und Labels notwendig, die garantieren, dass bestimmte Umweltstandards eingehalten werden.

Vergleichbares gilt für den Einkauf von Lebensmitteln. Der ökologische Landbau schont die natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft und liefert dazu noch Lebensmittel hervorragender Qualität. Doch die Verbraucher stehen vor dem Problem, sich im Irrgarten der Öko-Kennzeichen zurechtfinden zu müssen. Beate Huber von der Öko-Prüfzeichen GmbH stellt deren Dachzertifikat vor.

Es ist klar, dass sich der nachhaltige Konsum nicht allein mit Gesetzen, Kontrollen und Prüfsiegeln regulieren und verbessern lässt. Information und Aufklärung sind gut, aber etwas muss hinzukommen: Motivation und Freude. Mit anderen Worten: Das ökologisch sinnvolle Einkaufen sollte eine Handlung sein, die nichts mit der Angst vor Horrorszenarien, sondern viel mit Lust und Spaß zu tun hat. An den Beispielen Ernährung und Mobilität wird in dem Beitrag des Psychotherapeuten Micha Hilgers deutlich, dass Genuss und Vergnügen keineswegs ein Gegensatz zur ökologischen Vernunft sein müssen.

In weiteren Aufsätzen außerhalb des Themenschwerpunktes geht es zunächst um Wohnberatung für ältere Menschen. Sie soll es ihnen – trotz nachlassender Mobilität und Kraft – ermöglichen, durch bauliche Anpassung der Wohnung und mit Hilfe gerontotechnischer Instrumente weiterhin ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu führen. Die drei Autorinnen dieses Beitrags stellen ein Modellprojekt der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor.

Schließlich handeln zwei Aufsätze vom Wettbewerb im Postdienst und seinen Voraussetzungen und Hindernissen. Insbesondere geht es um die Exklusivlizenz der Deutschen Post AG im Briefdienst. Das privatisierte Unternehmen legitimiert sie als Voraussetzung für einen flächendeckenden Universaldienst, während die Konkurrenz sich am gesamten Postmarkt für benachteiligt hält und in den restlichen Privilegien des ehemaligen Monopolisten eine Gefährdung des Wettbewerbs sieht.

Das AgV-Forum “Nachhaltiger Konsum” hat 68 Seiten. Der Preis für das Einzelheft beträgt 17,00 DM (inklusive Versandkosten). Bestellt werden kann beim AgV-Broschürendienst, Postfach 1116, 59930 Olsberg, Tel.: 02962/908647, Fax : 02962/908649, im Internet unter www.agv.de .

Quelle: AgV – Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher e. V. in Bonn

Von Verena Rais, 27. Oktober 2000;
Kategorie: Politik, Ratgeber, Umweltschutz, therapie
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