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Zusatzstoffe in Medikamenten – Der Wirkstoff allein macht noch keine Arznei


Um ein Medikament dem Körper zuführen zu können, muss der Arzneistoff zunächst in eine anwendbare Form verpackt werden. So werden Kamillenblüten traditionell mit heißem Wasser überbrüht und erst dann beispielsweise als Tee getrunken. Wasser ist die Grundlage für die Arzneiform Tee, die keine weiteren Hilfsstoffe enthält. Komplizierter wird es bei Tabletten, Dragees, Ampullen, Salben oder Zäpfchen. Für die Herstellung werden je nach Arzneiform beispielsweise Tablettier-Grundstoffe, Salben- oder Zäpfchengrundmasse benötigt. Darüber hinaus ist eine ganze Palette weiterer unterschiedlicher Hilfsstoffe erforderlich. Die Verarbeitung eines Arzneistoffes entscheidet mit über seine Wirksamkeit, Haltbarkeit und Verträglichkeit.

Ob es den bohrenden Kopfschmerz lindern, dauerhaft den Blutdruck senken oder eine lebensbedrohliche Infektion bekämpfen soll, hinter jedem Präparat steckt jahrelange Forschungsarbeit. Dabei fahnden die Wissenschaftler nicht nur nach den optimalen Wirkstoffen zur Krankheitsbekämpfung, sondern entwickeln auch jeweils eine geeignete Grund- und Hilfsstoffskomposition. Welche Zusatzstoffe dafür im Einzelfall ausgewählt werden, wird in der pharmazeutischen Industrie von eigenen Forschungsabteilungen ausgetüftelt: Diese Technologie wird auch ‚Galenik’ genannt.

Manche Tabletten dürfen ihren Wirkstoff beispielweise erst im Darm freigeben und müssen die Magensäure unbeschadet überstehen. Retard- oder Depottabletten sollen hingegen nur nach und nach über einen bestimmten Zeitraum eine gleichmäßige Dosis ins Blut abgeben, damit der Patient nicht alle paar Stunden eine Pille einnehmen muss.

Als Zusatzstoffe werden zum Beispiel Stärke, Zucker, Gelatine, Fette, Öle, Wasser, Alkohollösungen und heutzutage vielfach auch widerstandsfähige Polymere (synthetische Verbindungen) eingesetzt. In der Gebrauchsanweisung von Medikamenten sind sie meist unter „sonstige Bestandteile“ aufgelistet. Ihre mengenmäßig exakte Zusammenstellung ist ein Firmengeheimnis und differiert im Allgemeinen, auch wenn die Produkte verschiedener Hersteller wirkstoffgleich sind.

Schon eine einfache Kopfschmerztablette enthält mehrere Zusatzstoffe: einen verpressbaren Tablettengrundstoff, der beispielsweise aus Milchzucker, einem Bindemittel und einem stark quellendem „Sprengmittel“ bestehen kann. Das Sprengmittel (z. B. Stärke) sorgt für den schnellen Zerfall der Tablette, damit sich der Wirkstoff rasch freisetzt. Ein glatter Überzug aus Polymer schützt die Tablette und erleichtert ihre Einnahme.

Technologische Prüfungen werden auch noch nach Auslieferung eines Arzneimittels fortgesetzt – Hersteller garantieren bei korrekter Lagerung eine einwandfreie Beschaffenheit des Arzneimittels für die auf der Packung angegebene Zeit („verwendbar bis“).

Von Martina Grau/dgk, 12. Mai 2007; Quelle: dgk/Deutsches Grüne Kreuz
Kategorie: Sonstige Meldungen
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