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Vogelgrippe: Gefahr durch Lebensmittel? – Hotline der Verbraucherzentrale


Die Vogelgrippe rückt unaufhaltsam nach Deutschland vor. Die Verunsicherung der Verbraucher wächst, ob man sich über den Verzehr von Geflügelprodukten anstecken kann. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass bei erkrankten Tieren die Viren ins Fleisch oder in die Eier gelangen können. Eine Ansteckung des Menschen über rohe Geflügelprodukte sei theoretisch möglich, aber äußerst unwahrscheinlich. Bisher werde dieser Weg der Infektion bei wenigen Menschen in Asien vermutet, wo viele Millionen Tiere an der Vogelgrippe verendet sind.

In Deutschland gilt für Länder mit Vogelgrippefällen ein generelles Importverbot u.a. für lebendes Geflügel, rohe Geflügelprodukte oder Federn. Deshalb ist die Gefahr für Verbraucher in Deutschland, sich über Lebensmittel mit der Vogelgrippe anzustecken, zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben. Auch rohe Hühnereier fallen unter diese Verordnung. Überdies versiegt die Legetätigkeit bei erkrankten Tieren. Sie legen entweder gar keine Eier mehr oder nur deformierte ei-ähnliche Gebilde mit weicher oder fehlender Kalkschale, die unverkäuflich sind. Die Verbraucherschützer weisen zudem darauf hin, dass die Verpflichtung zur Angabe der Herkunft existiert, so dass jeder Verbraucher auf dem Ei nachlesen kann, woher sie stammen. „Leider gibt es diese Kennzeichnungspflicht bei Geflügelfleisch nicht. Verbraucher können sich aber die freiwillige Herkunftsangabe bei Geflügel zunutze machen“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. So steht die Angabe D/D/D für Geburt, Mast und Schlachtung in Deutschland.

Verbraucher sollten Geflügelfleisch und Eier bei der Zubereitung erhitzen. Das tötet potentielle Viren ab und schützt zusätzlich vor der viel realeren Gefahr durch krankmachende Keime wie Salmonellen oder Campylobacter.

Verbraucher, die in die Türkei in Urlaub fahren, können auch dort Geflügelprodukte ohne Gefahr verzehren, solange sie ausreichend erhitzt sind. Auch das – ausreichend erhitzte – Spiegelei vom Frühstücksbuffet im Hotel muss nicht von der Essensliste gestrichen werden. Doch der Besuch von Bauernhöfen mit Geflügelhaltung oder intensiver Kontakt zu Vögeln ist als Freizeitaktivität nicht ratsam, da hier die Ansteckungsgefahr höher ist. Fleischprodukte, Federn oder Jagdtrophäen dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden. Wer sich an diese Vorgaben hält, leistet einen wertvollen Beitrag, dass sich die Viren nicht so schnell verbreiten können.

Fragen zur Vogelgrippe beantworten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Hamburg ab dem 24. Oktober 2005 (Mo-Mi von 10-14 Uhr) an einer kostenlosen Hotline unter der Telefonnummer 040-248 32- 240.

Von Verena Rais/vz-hh, 30. Oktober 2005; Quelle: vz-hh
Kategorie: Einkaufen, Gesunde Ernährung
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