Die länger frische Milch – ESL-Milch genannt – verdrängt immer häufiger die normale (pasteurisierte) Frischmilch in den Kühlregalen. ESL steht für Extended Shelf Life und bedeutet “längeres Leben im Regal”. Im Vergleich zur Normalmilch ist diese länger haltbar. Durch eines der zwei üblichen ESL-Herstellungsverfahren kann sich der Geschmack verändern. Konsumenten, die den frischen Milchgeschmack bevorzugen, haben das Nachsehen und werden getäuscht. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass das Herstellungsverfahren nur unzureichend gekennzeichnet ist und fordert von den Herstellern deshalb Nachbesserung.
ESL-Milch erkennt man an den Bezeichnungen wie “länger frisch”, “maxifrisch” oder “extra langer Frischegenuss” in Kombination mit der Angabe “pasteurisiert”. Sie bleibt ungeöffnet bis zu vier Wochen haltbar, während Normalmilch nach gut einer Woche im Kühlschrank verdirbt. Menschen, die wenig Milch verbrauchen und nicht oft einkaufen, bevorzugen deshalb ESL-Milch.
“Für die längere Haltbarkeit muss jedoch teilweise ein leichter Kochgeschmack in Kauf genommen werden, was vom Herstellungsverfahren abhängt”, bemängelt Ernährungsexpertin Hedi Grunewald. Wird die Milch wenige Sekunden hocherhitzt auf bis zu 127 °C, verändert sich der Geschmack und die Vitamine werden um etwa 10 Prozent reduziert. Der frische Milchgeschmack bleibt aber erhalten, wenn die Haltbarkeit durch eine vorgeschaltete Mikrofiltration verbessert wird. Bei diesem schonenden Verfahren werden aus der Magermilch die Milchkeime mit allerfeinsten Filtern entfernt, Rahm zugesetzt und das Ganze bei 72 – 75 °C pasteurisiert.
Hedi Grunewald: “Die Kennzeichnung des Herstellungsverfahrens bei ESL-Milch ermöglicht die Abgrenzung zu anderen Milchsorten und schützt Verbraucher vor Täuschung.”


