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Umgang mit Geflügelprodukten in Zeiten der Vogelgrippe – Vorsorgliche Maßnahmen bei der Zubereitung von Lebensmitteln


Ob eine Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus durch den Verzehr roher Geflügelprodukte möglich wäre, ist bisher nicht geklärt. Sicher ist: Das Virus ist ausgesprochen hitzeempfindlich. Deshalb gelten gut durcherhitzte Lebensmittel als unbedenklich.

Auch in Gegenden, in denen die Vogelgrippe seit Jahren auftritt, wurde bislang kein Fall beschrieben, in dem der Erreger über Lebensmittel auf den Menschen übertragen wurde. Dennoch sind die bisher vorliegenden Kenntnisse zu gering, um eine Übertragung über Nahrungsmittel sicher auszuschließen.

In Deutschland sind bis Redaktionsschluss keine Infektionen mit Vogelgrippe bei Nutztierbeständen aufgetreten. Für den Fall, dass es zu Erkrankungen in deutschen Geflügelbeständen kommt, haben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) vorsorglich die folgenden Empfehlungen herausgegeben. Sie fußen darauf, dass das Vogelgrippevirus nicht sehr stabil ist. Das gilt sowohl für das Händewaschen mit Wasser und Spülmittel als auch für hohe Temperaturen. Kochen und Braten töten das Virus sicher ab – Kühlen oder Gefrieren hingegen nicht! Für den Umgang mit Geflügelprodukten in Zeiten der Vogelgrippe gelten daher die selben Hygieneregeln, die auch zur Verhütung von Salmonellen- oder Campylobacter-Infektionen wirksam sind.

Maßnahmen für die Lagerung und Zubereitung von Geflügelprodukten zuhause:

  • Rohe Geflügelprodukte getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten. Beispielsweise sollen unterschiedliche Behältnisse und Gerätschaften für Geflügelerzeugnisse verwendet werden. Gegartes Geflügel gehört nicht in ungereinigte, bereits für die Lagerung der rohen Produkte genutzte Gefäße.

  • Gerätschaften und Oberflächen, zum Beispiel Küchentisch oder Spüle, die mit rohen Geflügelprodukten in Kontakt waren, gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen.

  • Verpackungsmaterialien und Auftauwasser sofort entsorgen, das Spülbecken mit heißem Wasser und Spülmittel säubern.

  • Nach dem Kontakt mit rohen Geflügelprodukten sollen die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife gereinigt werden.

  • Um Lebensmittelinfektionen vorzubeugen, müssen Geflügelspeisen vollständig gegart, das heißt an allen Stellen gleichmäßig erhitzt werden:

    • Eier sollten gekocht werden, bis Eigelb und Eiweiß fest sind („hart“ gekochte Eier). Je nach Größe der Eier dauert das mindestens sechs Minuten; die Eier sollten nicht kalt abgeschreckt werden. Rühr- und Spiegelei sollen keine flüssigen Anteile mehr enthalten.

    • Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukte auf 70° Celsius Kerntemperatur erhitzen. Diese ist erreicht, wenn das Fleisch keine rote bzw. rosa Farbe mehr hat und kein roter Fleischsaft mehr austritt.

    • Keine Speisen mit rohen Geflügelprodukten herstellen (Beispiel: Tiramisu oder andere Nachspeisen).

Von Martina Grau/dgk, 2. Mai 2006; Quelle: dgk/Deutsches Grüne Kreuz
Kategorie: Lebensmittel
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