Dass Rucola häufiger mit Pestiziden belastet sein kann als Feldsalat, erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt u.a. im Internet . Dort hat das Verbraucherschutzministerium die Untersuchungsergebnisse verschiedenster Salatsorten aus dem Jahr 2004 eingestellt. Der Schwerpunkt der 175 Probenahmen in NRW lag auf Rucola, Kopfsalat und Feldsalat.
6,9% (12 Proben) der untersuchten Salate überschritten dabei die geltenden Höchstmengen der nationalen Rückstandshöchstmengenverordnung. Besonders aufgefallen ist Rucola mit einem Anteil an Höchstmengenüberschreitungen von 16%. Feldsalat lag dagegen mit fünf Prozent der Proben über den Höchstmengen. Außerdem waren deutlich weniger Feldsalatproben überhaupt mit Pestiziden belastet. Am besten schnitten Eisbergsalat und Lollo bianco mit keinen Überschreitungen ab. Im allgemeinen sind Salate aus deutscher Erzeugung weniger oft und weniger stark mit Pestiziden belastet als ausländische Ware. Lediglich bei Rucola gibt es keinen wirklich signifikanten Unterschied zwischen den Herkunftsländern Deutschland und Italien.
Diese Daten aus dem Jahr 2004 bestätigen entsprechende Ergebnisse der letzten Jahre und ermöglichen damit eine Einschätzung des generellen Trends zur Pestizidbelastung von Salaten. Insgesamt werden in NRW jährlich ca. 3000 Proben Obst und Gemüse durch die kommunalen Untersuchungsämter und das Chemische Landes- und Staatliche Veterinäruntersuchungsamt in Münster auf Pestizidrückstände untersucht. Die Quote der Höchstmengenüberschreitungen beträgt im Durchschnitt 5%.
Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn: “Wir haben die Ergebnisse der Pestizidanalysen ins Internet gestellt, damit sich Verbraucherinnen und Verbraucher über die Belastungen von verschiedenen Salatsorten informieren können. So sind sie in der Lage, eine bewusste Auswahl im Hinblick auf eine gesunde, möglichst schadstoffarme Ernährung zu treffen. Mit ihrer Kaufentscheidung können sie Druck auf die Erzeuger bzw. den Handel ausüben, möglichst wenig Pestizide einzusetzen oder ganz auf sie zu verzichten. Verbraucherinnen und Verbrauchern empfehle ich, sich vor einem Kauf genau über die Herkunft der Ware zu informieren. Wer ganz sicher gehen will, sollte als Alternative auf ökologisch angebaute Sorten ohne Pestizideinsatz zurückgreifen. Salate sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Rucola sollte – auch wegen des gerade in den Wintermonaten hohen Nitratgehaltes – nur gelegentlich bzw. in kleinen Mengen verzehrt werden.”
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Von 32 Proben Rucola enthielten 75% (24 Proben) Pestizide. Die entsprechende Höchstmenge war bei 16% (fünf Proben) überschritten. Im Herkunftsvergleich waren 85% (elf von 13) der italienischen und 63% (zehn von 16) deutschen Proben belastet.
Von 49 Proben Kopfsalat waren 49% (24 Proben) mit Pestiziden belastet, bei 8,2% (vier Proben) war zumindest eine Höchstmenge überschritten, so dass diese beanstandet werden mussten. Im Herkunftsvergleich waren 70% (sieben von 10) der belgischen Proben und 26% (sechs von 23) deutschen Proben mit Pestiziden belastet.
Von 39 Proben Feldsalat waren 36% (14 Proben) mit Pestiziden belastet, in 5,1% (zwei Proben) waren die Höchstmengen überschritten. Im Herkunftsvergleich waren 46% (sechs von 13) der französischen und 25% (vier von 16) der deutschen Proben belastet. Dabei musste eine Probe aus Frankreich auch wegen Höchstmengenüberschreitung beanstandet werden.
Besser abgeschnitten haben Lollo rosso und Lollo bianco. 31% (vier von 13 Proben) waren mit Pestiziden belastet. In einer Probe Lollo rosso (7,7%) wurde eine Höchstmengenüberschreitung festgestellt. Diese beanstandete Probe stammte aus Frankreich. Die übrigen 12 Proben kamen aus Deutschland.
Beim Eisbergsalat waren 67% (12 von insgesamt 18 Proben) mit Pestiziden belastet, es kam aber in keinem Fall zu einer Höchstmengenüberschreitung. Im Herkunftsvergleich stammten alle sechs Proben, in denen keine Pestizide nachgewiesen wurden, aus Deutschland. Die deutschen und niederländischen Proben waren außerdem tendenziell insgesamt niedriger belastet als die spanischen.
Die Daten zu Pestizidbelastungen von Salat können im Internet unter www.munlv.nrw.de abgerufen werden
Pressemitteilung des Ministerium für Umwelt und Naturschutz , Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen


