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Deutschland ist Jodmangelland – Noch immer mangelt es vielen Menschen an Jod – Jodversorgung nach wie vor nicht optimal


Deutschland ist „Jodmangelland“ – so lautet die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Situation hat sich zwar inzwischen vor allem durch die vermehrte Verwendung von jodiertem Speisesalz geändert, dennoch ist sie längst nicht optimal, so die Apotheker in Nordrhein.

„Jod ist unentbehrlich für eine normale Schilddrüsenfunktion“, erklärt Werner Heuking, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein. „Es wird zur Bildung der lebensnotwendigen Schilddrüsenhormone benötigt.“ Leider werde aber mit der Nahrung meist zu wenig Jod aufgenommen. „Dadurch besteht die Gefahr einer Schilddrüsenvergrößerung“, so Heuking. Diese Vergrößerung werde von hormonellen Störungen begleitet und könne zu schweren Erkrankungen führen, da die Schilddrüsenhormone den Stoffwechsel und den Kreislauf mitregulieren. Bemerkbar mache sich eine Schilddrüsenunterfunktion zum Beispiel durch Gewichtszunahme, Frieren, Antriebsschwäche, Konzentrationsmangel, schnelle Ermüdung, Veränderungen von Haut und Haaren sowie Darmträgheit. Eine Schilddrüsenerkrankung lässt sich beim Arzt mit einer Ultraschalluntersuchung sowie einem Bluttest feststellen.

„Bereits von Geburt an sollte auf eine ausreichende Jodversorgung geachtet werden“, erklärt der Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein. Säuglingsnahrung und Babybreie sind in der Regel bereits mit Jod angereichert. Nimmt das Kind am Familienessen teil, sollte zum Beispiel auf Brot mit Jodsalz zurückgegriffen werden sowie auf regelmäßiges Milchtrinken und Fischessen geachtet werden. Kritisch wird es häufig in der Pubertät, denn bereits im Alter von 13 Jahren benötigen Jugendliche genauso viel Jod wie Erwachsene. „Ungesunde Ernährung („Junk Food“) sowie Zigarettenkonsum beeinflussen die Jodaufnahme negativ“, warnt Heuking.

Ganz schlecht gestalte sich die Situation bei Menschen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben. Nach Studien des Arbeitskreises Jodmangel sei bei den Senioren jeder Zweite von einem Kropf oder einer Knotenschilddrüse betroffen. Grund dafür: Die Erblast des jahrzehntelangen schweren Jodmangels in Deutschland.

Zur Verbesserung der Jodversorgung empfehlen die Apotheker beim Kochen, Zubereiten und Nachsalzen stets Jodsalz zu verwenden. Zusätzlich sollte mindestens einmal in der Woche Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Auch Milch und Milchprodukte verbessern die Jodversorgung. „In Sonderfällen, wie bei einer Kuhmilch- oder Fischallergie, raten wir dringend zur Aufnahme von Jod in Tablettenform und zu einem Gespräch mit dem Arzt“, rät Heuking. Das gelte auch für Zeiten erhöhten Jodbedarfs, wie zum Beispiel während der Schwangerschaft und Stillzeit. „Jodmangel in der Schwangerschaft beeinflusst nicht nur die Gesundheit der Mutter, sondern auch die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes.“

Hinweis an die Redaktion: Weitere Informationen zum Thema „Jodmangel“ findet man auf den Internetseiten des Arbeitskreises Jodmangel www.jodmangel.de.

Optimale Jodversorgung durch:

  • Jodsalz im Haushalt

  • mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel (Brot, Backwaren, Wurst, Käse)

  • ein bis zweimal pro Woche Seefisch (Seelachs, Scholle, Kabeljau usw.)

  • täglich Milch und Milchprodukte

  • ergänzende Einnahme von Jodtabletten

Von Martina Grau/ratio2000, 24. August 2006; Quelle: ratio2000
Kategorie: Gesunde Ernährung
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