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Vogelgrippe: Auf dem Vormarsch nach Europa? – Geflügelhalter aufgepaßt


Kommt die Vogelgrippe auch zu uns?

Gefahr der Vogelgrippe nicht unterschätzen:

Der akut grassierende Virustyp ist sehr aggressiv und hat neben Geflügel auch auf einige andere Tierarten – zum Beispiel auf Raubtiere und Katzen – infiziert. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheint bislang unwahrscheinlich. Erlangt das Virus jedoch durch genetische Veränderungen die Fähigkeit, sich an menschliche Zellen anzuheften, könnte eine effektive Übertragung von Mensch zu Mensch möglich sein. Dann kann es zu einer großflächigen, weltumspannenden Epidemie kommen.

Vorsicht beim Umgang mit Geflügelprodukten:

Für Geflügelprodukte aus betroffenen Ländern besteht auf dem deutschen Markt ein Importverbot. Da nicht völlig auszuschließen ist, dass Geflügel mit krankheitserregenden Keimen – zum Beispiel Salmonellen – belastet ist, muss bei der Zubereitung immer auf Hygiene und sorgfältiges Durcherhitzen geachtet werden. Rohes Geflügelfleisch, Fleischsaft oder Auftauflüssigkeit dürfen nicht mit anderen Lebensmitteln, vor allem nicht mit solchen, die roh verzehrt werden, in Berührung kommen. Hände, Arbeitsflächen und -geräte, die mit rohem Geflügel in Kontakt waren, sollten vor der Zubereitung anderer Lebensmittel gründlich gereinigt werden. Spül- und Wischlappen anschließend am besten auswechseln! Geflügel sollte immer bei 70 bis 80 Grad gut durchgegart werden.

Grippe-Impfung für Asienreisende:

Das Auswärtige Amt hat bislang keine Bedenken gegen Reisen in die betroffenen Länder China, Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Südkorea, Thailand, Malaysia, Vietnam sowie die Regionen Sibirien, Zentralasien und Ural. Denn eine Übertragung der Geflügelpest auf Menschen ist äußerst selten und betrifft bisher überwiegend Personen mit intensivem Kontakt zu kranken Tieren. Allerdings ist derzeit noch kein Impfstoff zugelassen, der Menschen hundertprozentig vor einer Ansteckung schützt. Dennoch wird Personen, die in die betroffenen Regionen reisen, eine Influenza-Schutzimpfung empfohlen. Dadurch wird zwar kein Schutz gegen die Vogelgrippe aufgebaut. Doch es sollte jede Möglichkeit genutzt werden, um eine gleichzeitige Infektion mit Vogelgrippe- und Grippe-Viren zu vermeiden. Sonst besteht die Gefahr, dass ein neues, noch gefährlicheres Virus entsteht. Achtung: Eine Influenza-Schutzimpfung bietet erst nach etwa zwei Wochen den vollen Schutz!

Engen Kontakt zu Geflügel auf Reisen vermeiden:

Reisende sollten den Besuch von Geflügel- und Vogelmärkten in betroffenen Regionen aus ihrem Programm streichen. Wer nicht sicher ist, dass Geflügelprodukte gut durchgegart sind, sollte lieber darauf verzichten. Es dürfen keine Geflügelprodukte, Eier, unbehandelte Jagdtrophäen und Vogelfedern, selbst nicht in kleinsten Mengen, aus den betroffenen Ländern mitgebracht werden. Erhöhte Vorsicht ist auch für Trekking-Touristen angesagt, die auf dem Land auf Bauernhöfen übernachten.

Halter von Kleingeflügel sollten unbedingt aufpassen:

Enten, die evtl. infiziert sind, rasten gerne in der Nähe von anderem Geflügel und infizieren diese. Deshalb sollten Halter von Geflügel zum einen ihre Tiere genau beobachten, dafür sorgen, dass kein Kontakt mit anderem Federvieh zustande kommt und selbst größte Hygiene walten lassen.

Die Vogelgrippe darf keineswegs unterschätzt werden!

Von Bernhard Rais, 20. August 2005;
Kategorie: Erkenntnisse
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