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Jedes dritte Kindergartenkind zeigt Sehschwächen – Studie nahm Augengesundheit von Zwei- bis Sechsjährigen in Bayern unter die Lupe


Bei jedem dritten Kind zwischen zwei und sechs Jahren besteht der Verdacht auf eine Sehschwäche oder Augenerkrankung, die durch einen Augenarzt abgeklärt werden sollte. Dies gilt zumindest für Bayern, denn zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Betriebskrankenkassen in Bayern, die von Februar bis April dieses Jahres in 13 bayerischen Kindertagesstätten durchgeführt wurde. Im Rahmen einer orthoptischen Reihenuntersuchung wurden rund 850 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwei und sechs Jahren auf ihre Augengesundheit überprüft. Die Orthoptik ist ein spezieller Bereich der Augenheilkunde, der die Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von Schiel-Erkrankungen, Sehschwächen, Störungen des ein- und beidäugigen Sehens, Augenzittern und Augenbewegungsstörungen umfasst.

Bei jedem dritten Kind wurde der Verdacht auf eine Fehlsichtigkeit ermittelt, in acht Prozent der Fälle eine Schiel-Erkrankung. Bereits jedes elfte Kind in diesem Alter trägt eine Brille, über die Hälfte davon wiederum hatte einen auffälligen Befund. Nur 16 Prozent der untersuchten Kinder hatten nach Aussage der Eltern bereits an einer augenärztlichen Untersuchung teilgenommen. Das sind nach Ansicht von Experten ernst zu nehmende Ergebnisse, denn Augenerkrankungen „verwachsen“ sich nicht, und sollten frühzeitig durch einen Augenarzt diagnostiziert und behandelt werden. So ist Schielen nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern oft auch eine schwere Sehbehinderung. 60 bis 90 Prozent aller betroffenen Kinder entwickeln ohne frühzeitige Behandlung eine einseitige Amblyopie (Schwachsichtigkeit).

Oft fällt den Eltern die Beeinträchtigung der Sehstärke bei ihrem Kind gar nicht auf. Denn das gesunde Auge gleicht den Fehler aus, wodurch das schwache Auge das Sehen immer mehr verlernt.

Das Sehvermögen entwickelt sich vor allem in den ersten Lebensjahren durch das Zusammenspiel von Gehirn und Augen. Wenn Sehstörungen bis zum dritten Lebensjahr entdeckt werden, können sie in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Um die Sehstörungen zu beheben, kommen Brillen, eine Abklebetherapie, spezielle Augenübungen oder Operation in Frage. Foto: bananastock

Quelle: Jedes dritte Kindergartenkind mit Verdacht auf Sehschwäche, BKK, München, 06.05.2009, Opens external link in new windowhttp://www.bkk-lv-bayern.de/bkk-barrierefrei/seiten/presse/pressedetail.php?p=263&y=2009

Von ms/dgk, 30. November 2009; Quelle: dgk/Deutsches Grüne Kreuz
Kategorie: Familie & Kinder
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