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Zeckenschutz auch bei Vierbeinern nicht vergessen! – Schutz für Hund und Familie


Hunde und Katzen, Pferde, Ziegen, Schafe, Hühner, Gänse und alle anderen Haustiere tragen Zecken (sowie Mücken, Flöhe, Läuse, Sandmücken, Stechfliegen, Wanzen u. a.) herbei. Gefährlich sind die noch nicht an den Tieren festsitzenden Zecken, denn sie können leicht auf den Menschen überwechseln.

Wenn Zecken beispielsweise „auf den Hund kommen“, können sie gefährliche Krankheiten übertragen. Hundehalter, die ihren Hund mit in den Urlaub nehmen, sollten daran denken, dass besonders aus der Mittelmeerregion eine Hundezeckenart eingeschleppt werden kann, die auch in Wohnungen heimisch wird.

Die Heimat der Zecken ist der Wald. Zwischen März und November lauern sie vor allem im Gras, Gestrüpp oder Unterholz. Dort wo es feucht, warm und dunkel ist. Die meisten Zecken warten reglos in Kniehöhe auf ihre Opfer. Streift ein Spaziergänger, Jogger oder Hund an ihnen vorbei, so hängen sie sich an seine Füße oder Beine. Berührungen von Sekundenbruchteilen genügen der Zecke, sich an den Wirt zu klammern. Die Vorstellung, dass sich Zecken von Bäumen herab ihren Opfern auf den Kopf fallen lassen, ist hingegen ein populärer Irrglaube.

Zeckenschutz auch beim Hund ist wichtig, auch unter dem Aspekt, dass das Tier die lästigen Spinnentiere zum Menschen tragen könnte. Untersuchen Sie deshalb regelmäßig das Fell, wenn Ihr Haustier zur Zeckenzeit im Freien war. Zur Prophylaxe gibt es Halsbänder, Sprays, Tropfen und Pulver. Doch längst nicht jedes Mittel schützt wirklich vor den gefährlichen Parasiten, fand einen Untersuchung der Zeitschrift test (Stiftung Warentest 7/2003) heraus. Und wenn es funktioniert, ist es auch nicht unbedingt gut: Manche Chemikalie gegen Zecken kann Hund und Mensch gefährlich werden.

Die meisten chemischen Antiparasitenmittel zum Aufträufeln bzw. Aufsprühen enthalten unter Umständen belastende Substanzen, die über die Haut in den Blutkreislauf des Hundes gelangen. Bedenken Sie, dass die Anwendung chemischer Produkte und deren Wirkstoffe nicht nur Ihren Hund, sondern auch Sie und Ihre Kinder belasten könnte.

Häufig wird das synthetische Pyrethroid Permethrin angewendet, bei Lösungen oder Suspensionen, die in den Nacken geträufelt werden. Der Vorteil dieser „Spot-on-Produkte“ liegt darin, dass die antiparasitäre Wirkung schnell einsetzt. Es ist jedoch zu bedenken, dass der Hund die Gesamtdosis auf ein Mal erhält. Eine „Spot-on-Prozedur“ muss im Allgemeinen monatlich wiederholt werden. Permethrin kann beim Hund Juckreiz oder Haarausfall, beim Menschen Allergien auslösen. Der Wirkstoff Fipronil eines Spot-on-Produktes beispielsweise ist dagegen hoch wirksam und an sich sicher für Mensch und Tier, denn sein Wirkmechanismus setzt nur beim Parasiten an. Auch bei intensivem Kontakt mit dem Tier lässt sich der Wirkstoff praktisch nicht abreiben. Kinder dürfen die behandelten Tiere nach dem Abtrocknen wieder ganz normal streicheln. Laut Stiftung Warentest kann Fipronil aber Haut und Augen reizen.

Der für Hunde ungiftige Stoff Deltamethrin, zu finden in einem neuartigen Halsband, gelangt nicht in die Blutbahn des Hundes, sondern nur in die Haut, so dass der Organismus des Tieres nicht unnötig belastet wird. Die Abgabe erfolgt direkt und ausschließlich auf das behandelte Tier. Dieser Wirkstoff wird weltweit in enormen Mengen produziert und in der Landwirtschaft großflächig als Insektizid eingesetzt. In Malaria-endemischen Gebieten wird er zudem seit mehr als 15 Jahren zum Imprägnieren von Moskitobettnetzen verwendet. Es gilt als das effektivste aller bekannten Insektizide und Akarizide. Zudem gibt es keine Geruchsbelästigung für Mensch und Tier; der Hund kann jederzeit ins Wasser ohne Wirksamkeitsverlust oder Gefährdung für die Umwelt. Selbst das Verschlucken des gesamten Halsbandes ist – im Gegensatz zu vielen anderen Halsbändern – bezüglich der Wirkstoffmenge für den Hund nicht lebensbedrohlich. Beim Streicheln des Hundes und Ablecken der Hände und Finger ist mit keiner Gefährdung für den Menschen zu rechnen. Da der Wirkstoff von dem Protectorband täglich in nur äußerst geringen Mengen in die Hundehaut abgegeben wird, sind weder Hund noch Mensch gefährdet.

Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten und achten Sie immer auf die Warnhinweise der Hersteller.

Von Martina Grau/dgk, 15. März 2006; Quelle: dgk/Deutsches Grüne Kreuz
Kategorie: Haustiere
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