(aid) Im Fernsehprogramm sind ernährungsrelevante Inhalte zwar in erheblichem Umfang enthalten, doch das Bild von Ernährung, das vermittelt wird, ist denkbar ungünstig. Dies ergab ein Forschungsprojekt, das 2002 vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) in Auftrag gegeben wurde. Ernährungswissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BFEL) in Karlsruhe und Kommunikationswissenschaftler der Universität Erfurt analysierten insgesamt 1.344 Stunden Programm der Sender ARD, ZDF, RTL, SAT.1, WDR, ProSieben, RTL II und VOX. Immerhin rund zwei Drittel aller Fernsehsendungen enthalten ernährungsrelevante Inhalte, beispielsweise den Einkauf von Lebensmitteln, ihre Zubereitung oder den Verzehr. Allerdings sind ein Viertel der gezeigten Lebensmittel Süßigkeiten und fette Snacks (oft auch in der Werbung). Weitere 16 Prozent entfallen auf alkoholhaltige Getränke. Getreideprodukte, Gemüse und Obst werden im Fernsehprogramm viel zu selten gezeigt. Nur in zehn Prozent der ernährungsrelevanten Sequenzen in Nachrichten-, Ratgebersendungen oder Magazinen sind tatsächlich Aufklärungsbotschaften enthalten. Weiterführende Informationsmöglichkeiten, zum Beispiel über Internetseiten, Videotext oder Broschüren zum Bestellen werden nur selten angeboten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass auch im Fernsehen eine zielgruppenspezifische Ansprache des Publikums möglich ist – durch kurze, einprägsame Aufklärungsspots ebenso wie durch Aufklärungsbotschaften in verschiedensten Sendeformaten.
Quelle: Universität Erfurt, Pressemitteilung Nr. 153/2004 vom 09.12.2004


