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Für Durchblick bei Altkleidersammlungen


Zum Herbstbeginn flattern nicht nur die Blätter von den Bäumen, sondern auch massenhaft Zettel in Hausflure und Briefkästen. Da bittet ‚Pater Rodriguez‘ oder ‚Bischof Capalla‘ um Spenden gegen die Armut in der Welt, drücken ein ‚Roter Ring Kinderhilfe‘ und andere kräftig auf die Tränendrüsen – alles, um an die abgelegten Kleider der Bürgerinnen und Bürger zu kommen. Doch nicht selten fließt der Erlös nur in die Taschen von gewerblichen Unternehmen:

Vielerorts finden Mieter und Hausbesitzer vor ihrer Haustür kleine Sammeltonnen, die über Nacht dort aufgestellt wurden – von wem, lässt sich meist nicht ausmachen. „Dahinter stecken oft rein gewerbliche Sammler, die sich mehr oder weniger geschickt mit der ‚karitativen Masche‘ tarnen“, so Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE. „Die Sache hat Methode“, ergänzt Petra Schrömgens vom Dachverband FairWertung e.V., dem einzigen bundesweiten Zusammenschluss von gemeinnützigen Altkleidersammlern. „Meistens können dubiose Sammler damit rechnen, nicht belangt zu werden, obwohl sie mit ihren Methoden häufig gegen die Gewerbeordnung und gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen“, so Frau Schrömgens.

Verbraucherinnen und Verbraucher müssen also selber sehr genau hinschauen, wer da ihre aussortierte Kleidung haben möchte. VERBRAUCHER INITIATIVE und FairWertung empfehlen daher:

Seien Sie misstrauisch, wenn kein Verantwortlicher für die Sammlung genannt wird und weder Name noch Anschrift auf dem Sammelzettel stehen.

Lassen Sie sich nicht durch Sammelaufrufe beeinflussen, in denen stark an das Gefühl appelliert oder das leicht verfremdete Logo bekannter Wohlfahrtsorganisationen abgebildet wird.

Achten Sie auf das FairWertungs-Siegel. Hier können Sie sicher sein, dass die gebrauchte Kleidung mit einem Höchstmaß an Verantwortlichkeit weiterverwertet wird. Sprechen Sie gegebenenfalls sammelnde Organisationen in Ihrer Gemeinde auf das Siegel an.

Wer bedürftige Menschen direkt mit gut erhaltener Kleidung unterstützen möchte, kann diese kostenlos in Kleiderkammern sozialer Organisationen oder in einem „Oxfam-Laden“ abgeben. Adressen finden Sie im örtlichen Telefonbuch.

Weitere Informationen über das Thema Altkleidersammlung finden Interessierte im Internet unter www.FairWertung.de und bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.

Von Verena Rais, 29. September 2003;
Kategorie: Sonstige Meldungen
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