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Gesundheitsrisiken durch pflanzliche Arzneimittel


(bera/ots) Viele pflanzliche Arzneimittel bergen Gesundheitsrisiken für Erwachsene und Kinder. Auch scheinbar harmlose Präparate können Krämpfe, Blutdruckabfall oder Allergien auslösen, wie die Zeitschrift VITAL berichtet. Und diese Gefahr wird unterschätzt. “Die Mittel werden oft falsch dosiert, zu lange eingenommen oder auch mit den falschen Medikamenten kombiniert”, sagt Professor Dieter Loew, Mitglied der Expertenkommission beim Bundesinstitut für Arzneimitteln und Medizinprodukte:

Vorsicht gilt beispielsweise bei Salbeipräparaten, die gegen Viren und Bakterien wirken. Sie enthalten geringe Mengen des Wirkstoffs Thujon, der Krämpfe auslösen kann. Daher sollten sie nicht länger als eine Woche und öfter als zweimal täglich eingenommen werden. Fenchel hilft gegen Völlegefühl und Blähungen. Der Tee steht allerdings in Verdacht, krebserregend zu sein, und das Öl kann zu allergischen Reaktionen führen.

Bei Kindern angewandter Fenchelhonig kann gelegentlich Magen-Darm-Probleme verursachen. Fenchelpräparate sollten maximal fünf Tage pro Monat bei einmaliger Tagesdosis eingesetzt werden.

Auch Melissetee und Holunderbeersaft sollten wegen des Allergierisikos nicht länger als drei Tage aufeinander getrunken werden. Vorsicht ist auch bei ätherischen Ölen geboten. Babys und Kleinkinder dürfen keinesfalls mit Minze, Eukalyptus oder Kampfer eingerieben werden. Die Öle können zu Hautreizungen , Blutdruckabfall und Verkrampfung der Atemwege führen.

Auch bei Erwachsenen kann es zu Reizungen und Allergien und bei Einreibungen mit Fichtennadelöl (in Franzbranntwein) sogar zu Nieren- und Nervenschäden kommen. Auch Klassiker der Naturheilkunde wie Kamille, Ringelblume, Arnika, Löwenzahn, Huflattich, Artischocke, Echinacea und Löwenzahn sind nicht ohne Risiko.

Wer allergisch auf so genannte Korbblütler reagiert, sollte Präparate aus diesen Pflanzen meiden.

Zu Misstrauen gegenüber Pflanzenarzneien besteht dennoch kein Grund. “Wenn man ein pflanzliches Medikament bestimmungsgemäß einnimmt, wird es normalerweise gut vertragen und hat keine Nebenwirkungen”, sagt Loew.

Allerdings sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Präparate über eine Zulassungsnummer auf der Packung verfügen.

Von Bernhard Rais, 24. Februar 2003;
Kategorie: Allergien & Schadstoffe
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