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Neues Teilzeitgesetz bringt mehr Zeitsouveränität für Arbeitnehmer – DGB weist Kritik der Arbeitgeber zurück


Mit Beginn des neuen Jahres haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Teilzeit. Sie können damit über eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit gleichberechtigt mit dem Arbeitgeber verhandeln.

Den Arbeitgeberverbänden in der Region, die in dem neuen Gesetz einen „Jobkiller“ und ein „Verletzung der Vertragsfreiheit“ sehen, hält der DGB Kreis die große Vielfalt intelligenter Arbeitszeitmodelle entgegen, die es jetzt zu nutzen gelte. Nach Auffassung des DGB in Münster liegen die Chancen dieses Gesetz vor allem darin, dass Arbeitnehmern ein höheres Maß an Zeitsouveränität eingeräumt und den Betrieben und Verwaltungen die Chance auf höhere Produktivität und geringere krankheitsbedingte Fehlzeiten eröffnet wird.

Der DGB in Münster macht zudem auf das Beispiel Niederlande aufmerksam: Hier haben die Arbeitgeber zunächst auf breiter Front eine Teilzeit-Offensive ermöglicht, bevor der Gesetzgeber ein entsprechendes Gesetz verabschiedete. Heute arbeiten in den Niederlanden rund 40% der beschäftigten in Teilzeit, während es in Deutschland weniger als die Hälfte sind. DGB-Chef Josef Hülsdünker fordert deshalb mehr Flexibilität von den münsterländischen Arbeitgebern bei der betrieblichen Umsetzung des neuen Gesetzes.

Vor allem mahnt der DGB den Verzicht auf unnötige Streitereien vor den Arbeitsgerichten in Münster, Rheine oder Bocholt an. Die Arbeitgeber sollten es vermeiden, dringende „betriebliche Gründe“, mit denen der Teilzeitanspruch der Arbeitnehmer eingeschränkt werden kann, als unlauteres Veto-Recht zu missbrauchen. „Ein Gespräch mit dem Betriebsrat sollte den Gang zum Arbeitsgericht ersetzen“, fordert Hülsdünker.

Auf mögliche arbeitsgerichtliche Auseinandersetzungen ist der DGB im Münsterland vorbereitet: Im Rahmen von Schulungsmaßnahmen sind bereits im Dezember 40 ehrenamtlich tätige münsterländische Arbeitsrichter aus den Reihen der Gewerkschaften geschult worden, damit das neue Teilzeitgesetz im Sinne des Gesetzgebers umgesetzt wird und tatsächlich mehr Zeitsouveränität und eine Entlastung des Arbeitsmarktes erreicht werden.

Von Verena Rais, 5. Januar 2001;
Kategorie: Berufsleben
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